Bartók in Graz 2022 – Erfolg trotz Corona

Béla Bartók 1927 Foto Kertész

Das Virus hat viele private Anlässe  durcheinandergebracht und etliche Pläne vernichtet. Wieviel mehr Planung und Übersicht war nötig, um in diesen Zeiten einen internationalen Musikwettbewerb durchzuziehen! Zu Organisation und Logistik kamen noch die obligatorischen Massnahmen und hygienischen Vorschriften. Trotz optimaler Vorbereitungen hing sicherlich die bange Frage wie ein Damoklesschwert über den Köpfen: Kommt noch eine unerwartete Wendung? Von der Landesregierung, vom Gesundheitsministerium, aus der Reisebranche? Die Gebote und Verbote wechselten manchmal wöchentlich, meistens in negativem Sinne.

Die Beteiligten konnten jedoch nach dem 5. Februar aufatmen: Der 7. Internationale Béla Bartók Klavierwettbewerb für junge Pianisten fand ohne Probleme statt, brachte erstaunliche Leistungen zutage und wurde ein schönes Erlebnis für alle Teilnehmenden. Auch für die Zuhörer zu Hause, die aus irgendwelchen Gründen nicht anreisen konnten: die Auftritte wurden live ausgestrahlt. Eine willkommene Neuerung in Pandemie-Zeiten!

Zur Geschichte des Wettbewerbs

Die «Béla Bartók Internationale Musikgesellschaft Österreich» hat 2009 einen Klavierwettbewerb für junge Pianisten initiiert. Die künstlerische Leiterin der Gesellschaft, Prof. Eva Ott hatte ihn anfänglich in Wien veranstaltet, der 5. Wettbewerb fand schon in Graz statt, wo das Johann-Joseph-Fux-Landeskonservatorium der Gastgeber war. Unter der Leitung von Direktor Mag. Eduard Lanner konnte eine grosszügige Infrastruktur zur Verfügung gestellt werden. So hat dieser Wettbewerb den entsprechenden Rahmen gefunden, geniesst einen ausgezeichneten Ruf und steht auf der Liste der Argerich-Alink Foundation, wo die bedeutenden Klavierwettbewerbe der Welt eingetragen sind. Junge, vielversprechende Talente kommen jeweils aus mehreren Ländern; sich mit anderen zu messen und den eigenen Standort zu bestimmen ist ein wichtiger Schritt in der musikalischen Laufbahn. Die internationale Jury entscheidet nicht nur über die Preise, sondern steht den jungen Pianisten nach dem Vorspiel zu einem Gespräch zur Verfügung, bewertet ihren Auftritt und gibt wertvolle Ratschläge für das weitere Studium.

Etliche frühere Preisträger und Preisträgerinnen haben inzwischen eine internationale Karriere aufgebaut, nicht zuletzt dank ihrer ersten Erfolge beim Béla Bartók Klavierwettbewerb.

Die Preisträger 2022

Fast alle Länder Europas waren vertreten, ausserdem kamen Teilnehmer aus China, Japan, Russland und aus den  USA. Sie waren in sechs Alterskategorien eingeteilt, ab 7 bis 25 Jahre, mit entsprechender Spieldauer. Werke von Bartók und der Wiener Klassik waren die Pflichtstücke, die bei den jungen Pianisten ohnehin zum Repertoire gehören sollten.

Einen 1. Preis haben erhalten:

Polotska Emiliia Ukraine
Zhu Maximilian Hongcheng Deutschland, 1. Preis und Bartóksonderpreis
Wang Eva Österreich
Taurer Laetitia Chiara Österreich, 1. Preis und Sonderpreis STB
Huan Hanxi China
Trifu Filip Österreich
Rose Keona USA, 1. Preis und Bartóksonderpreis

Neben dem 1., 2. und 3. Preis wurden noch Spezialpreise für die besten Interpretationen von Bartók und steirischen Komponisten vergeben. Dank den Sponsoren konnten die Ausgezeichneten auch Geschenke im Wert von mehreren Tausend Euro entgegennehmen: es gab Musiknoten für die jüngeren und Geldpreise für die älteren Teilnehmer.

Im Schatten der Pandemie ist den Organisatoren gelungen, dieses Treffen für junge Musiktalente zu ermöglichen. Es war die richtige Entscheidung: Die Kontinuität des Wettbewerbs garantiert weltweite Aufmerksamkeit. Erfreulich, dass man in der Steiermark nicht nur um das klassische Erbe, sondern auch um die Zukunft Sorge trägt!

Mehr dazu:

Autor: Anna Rybinski

Ich habe meine Jugend in Ungarn verbracht, wo ich auch die Ausbildung zur Musikerin absolvierte. Nach der Übersiedlung in die Schweiz arbeitete ich als Musikpädagogin und organisierte Kinderkonzerte. Seit einigen Jahren ist mein Tätigkeitsfeld erweitert: Ich schreibe Texte für Konzertprogramme, Artikel zum Thema Kultur, Kurzgeschichten, Satiren und Krimis, die in Anthologien erschienen sind. Lesungen aus meinen Texten fanden in Adligenswil (2011), Luzern (2012), Zürich und St. Moritz (2014) statt. Neben Musik sind bildende Kunst, Geschichte und Politik wichtige Themenbereiche für mich, wie es aus meinen Kolumnen ersichtlich ist. Literarische und historische Ereignisse hingegen liefern mir Motive für Kurzgeschichten, wie bei meinem Taschenbuch »Tod auf der Schatzalp«. Es wurde 2012 beim Aurora Buchverlag Berlin publiziert. Beim www.net-verlag.de erschienen neulich von mir die historischen Erzählungen »Bâb-ilu, die Pforte Gottes« und »Amo amas«.

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